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Technik | Motor

Allgemeines

Das Hochleistungstriebwerk des CSL basiert auf dem 343 PS starken S54-Motor des M3. Letzterer gewann mehrmals den renommierten "Engine of the Year Award" (Website) und gilt als Meisterstück des modernen Motorenbaus.

Der hochdrehende Reihensechszylinder galt allgemein als ausgereizt. Eine erneute Hubraumerweiterung war aufgrund von bereits minimalsten Wandstärken und des langen Hubs (Kolbengeschwindigkeit 24 m/s !) nicht mehr denkbar.

Die einzig Möglichkeit für die Ingenieure der M GmbH, den Motor auf klassische Weise zu tunen, bestand im Kern darin, den Ansaugbereich durch eine sogenannte Airbox zu optimieren und die Motorensteuerung auf Alpha/N umzustellen.



Übersicht Modifikationen Motor + Peripherie

Folgenden Modifikationen wurden durchgeführt:

(1) CFK-Luftsammler/"Airbox" ohne Luftmassenmesser
(2) Alpha/N Motorensteuerung
(3) Verlängerte Ventilöffnungszeiten
(4) Veränderte Geometrie der Auslassventile
(5) BMC™-Spezialluftfilter
(6) Verbesserte Ansaugluftführung


Reihensechszylinder mit CFK Airbox


(1) CFK-Luftstammler/"Airbox"

Die unbestritten auffälligste Komponente des Motorentunings stellt sicherlich die Airbox aus Sichtcarbon (CFK) dar. Die Verwendung einer solchen Anlage ist bei Serienautos kaum zu finden und beschert dem geneigten Betrachter und Fan von hochgezüchteten Rennmotoren beschert ein breites Grinsen im Gesicht.

Doch was ist der Sinn einer solch überdimensionalen Luftsammlerbox ? Es ist ein bekanntes Faktum, dass durch suboptimale Luftzufuhr praktisch jeder Saugmotor eines Grossserienautos im oberen Drehzahlbereich nicht genügend mit Frischluft versorgt wird und somit an Spitzenleistung einbüsst.

Dieser "Luftmangel" rührt daher, dass der Luft-Ansaugkanal zum Motor keinen genügend grossen Querschnitt aufweist. Nun könnte man natürlich einfach diesen Querschnitt erhöhen, wenn da nicht der Luftmassenmesser (Mass Air Flow Sensor kurz MAF) wäre. Dieses direkt im Ansaugkanal montierte Bauteil misst permanent die den Kanal durchströmende Luft und meldet diesen Wert an die Motorensteuerung. Zusammen mit weiteren Parametern wie Ansaugtemperatur, atmosphärischem Druck etc. errechnet die Elektronik ein optimales Benzin/Luft-Gemisch.

Durch die Montage direkt im Ansaugkanal behindert der Luftmassenmesser die durchströmende Luft erheblich und führt zudem zu kleinen Verwirbelungen. Desweiteren ist es aus technischen Gründen nicht möglich, Luftmassen-Messer für Ansaugkanäle in beliebiger Grösse zu bauen.

All diese Probleme werden beim CSL durch den Einsatz einer Airbox ohne Luftmassenmesser umgangen. Die Frischluft kann durch die spezielle Ansaugöffnung in der Frontschürze (s. Karosserie) ungehindert zum grossen Luftsammler strömen, in welchen auch die sechs Ansaugtrompeten ragen. Der Nachteil dieser Lösung ist jedoch, dass der Motorenelektronik nun wichtige Parameter zur Steuerung der Einspritzung fehlen, da ja kein Luftmassenmesser mehr verbaut ist. Für solche Anwendungsfälle kommt eine Regel-Elektronik mit dem Namen Alpha/N zum Einsatz, dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Eine Besonderheit der CSL Airbox besteht in der grossen Klappe, welche am Eingang zum Luftsammler montiert ist (siehe 3. Bild rechts). Diese Klappe ist bis ~6000 U/min (bis ~3000 bei Sport-Taste an) geschlossen und öffnet sich dannach unmittelbar zu 100%. Während die Klappe geschlossen ist, strömt die Ansaugluft durch einen kleinen Kanal, welcher hinter der Klappe von rechts-unten in die Airbox mündet, zum Luftsammler. Bei geschlossener Klappe werden Lärmemissionen (Ansauggeräusche) erheblich reduziert. Nur durch diese "Tarnmassnahme" konnte der CSL die strengen europäschen Zulassungsbedingungen erfüllen.

Neugierig auf den Sound ? Hier gibt es ein 2.9MB grosses MP3 mit CSL-Airbox-Sound !


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CSL-Motor, Im Vordergrund CFK Airbox

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CFK Airbox im ausgebauten Zustand

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Klappe am Eingang zur CFK Airbox


(2) Alpha/N Motorensteuerung

Da beim professionellen Einsatz einer Airbox der Luftmassenmesser entfällt, muss die Motorensteuerung von einem konventionellen Regelsystem auf Alpha/N umgestellt werden.

Das System Alpha/N setzt auf die Parameter Drosselklappen-Öffnungswinkel (Alpha) und Motordrehzahl (N) um daraus die Einspritzmenge zu bestimmen. Im Originalzustand wird dafür zwar auch die Drehzahl (n) hergenommen, nicht aber die Drosselklappenstellung (sondern der Luftmassenmessers).

Leider werden in der Praxis (z.B. bei Umrüstungen von Tunern) gerne weniger Parameter als vom Werk aus zur Berechnung der Einspritzmenge Herangezogen. Das führt dazu, dass der Motor im unteren und mittleren Drehzahlbereich überfettet läuft und damit zuviel verbraucht. Nicht so beim CSL. Hier werden analog der konventionellen Motorensteuerung Ansaugtemperatur, atmosphärischer Druck etc. gemessen und verwertet.

Weiterhin ist auch die relativ ungenaue Winkelmessung der Drosselklappen ein Problem. Bei Lasten über 50% Gaspedalstellung spielt die Ungenauigkeit eine untergeordnete Rolle, bei geringen Lasten jedoch ist die Ungenauigkeit von entscheidender Bedeutung und führt zu einem erhöhten Kraftstoff-Verbrauch. Umso erstaunlicher ist es, dass die M GmbH es geschafft hat, dem CSL einen Normverbrauch von 11.9L/100km (EU gesamt) bei Erfüllung der Euro3 Abgasnorm anzuerziehen. Desweiteren leidet der CSL auch nicht an üblichen "Alpha/N-Krankheiten" wie unruhigem Leerlauf oder reduziertem Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich.

CFK-Airbox und Alpha/N-Implementation stellen in dieser perfekten Abstimmung eine technische Spitzenleistung dar und sind bei einem Serien-PKW bisher einzigartig.
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CFK Airbox mit 6 Ansaugtrompeten


CSL DME auf Alpha/N Basis


(3) Verlängerte Ventilöffnungszeiten
(4) Veränderte Geometrie der Auslassventile

Als weitere Tuning-Massnahme verfügt das CSL-Triebwerk über verlängerte Ventilöffnungszeiten, auch "schärfere Nockenwelle" genannt. Dadurch ergibt sich zum einen ein höherer Füllungsgrad und zum anderen eine grössere Überschneidungszeit von Ein- und Auslassventilen. Dies verstärkt den bei höheren Drehzahlen gewünschten "Spüleffekt". Durch eine veränderte Geometrie der Auslassventile - in Verbindung mit trichterförmigen Rohreintritten im Nachschalldämpfer - konnten die Ingenieure zudem die Auslassströmung signifikant verbessern.

Solche "schärferen Nockenwellen" führen im Allgemeinen zu einer schlechteren Laufkultur, einer höheren Geräuschentwicklung sowie einem Mehrverbrauch an Benzin. Zudem verschlechtert sich die Leistung im unteren Drehzahlband. Nicht so beim CSL, durch eine perfekte, aufwändige Abstimmung wurden auch diese Nachteile erfolgreich auf ein Minimum reduziert.

Einlassventile


(5) BMC™ Spezialluftfilter

Innerhalb der CFK-Airbox, direkt vor den 6 Ansaugtrichtern, befindet sich ein riesiger Spezialluftfilter des renommierten Herstellers BMC™.

Der Filter besteht aus einem Aluminiumnetz, behandelt mit einer Epoxidlösung. Dadurch ist er resistent gegen Benzindämpfe und Oxidation, die auf Grund der Luftfeuchtigkeit auftreten würde. Das filtrierende Material besteht aus spezieller Baumwolle, getränkt in einem Öl mit niedriger Klebrigkeit, um höchste Durchlässigkeit der Luft zu garantieren.

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ölbasierender BMC Spezialluftfilter


(6) Verbesserte Ansaugluftführung

Für eine optimale Versorgung des Motors mit Frischluft verfügt die Frontschürze auf der linken Seite über eine spezielle Luftansaugöffnung. Hinter der Öffnung führt ein Schlauch die Luft direkt zum Eingangsstutzen der Airbox.

Aus Gründen der Aerodynamik verfügt der CSL nur über eine dieser Ansaugöffnungen auf der linken Seite. Leider entfallen durch dieses Konzept die beim M3 neben den Nebelscheinwerfern angebrachten Lufteinlässe, welche optional (bei Entfernung der entsprechenden Klappe zwischen Lufteinlass und Radkasten) der zusätzlichen Kühlung der Bremsen dienen.



Luftansaugöffnung in der Frontschürze




Technische Daten Motor

Hubraum 3246 cm3
Ventile 4
Hub 87 mm
Bohrung 91 mm
Nochenwellen 2
Verdichtung 11.5 : 1
Leistung 360 PS (265 kW) bei 7900 U/min
Drehmoment 370 Nm bei 4900 U/min
Max. Drehzahl 8000 U/min



Leistungsdiagramm




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15. März 2005:
M3CSL.NET geht online !